Wissenswertes zum europäische Verbundsystem (EV)

Der weite Weg vom Erzeuger zum Verbraucher

Die Stromversorgung in Europa ist recht sicher, da das europäische Verbundsystem (EV) den erzeugten Strom über verschiedene Wege zu den Verbrauchern leitet. Es sorgt dafür, dass Strom schnell dort hingelangt, wo er gebraucht wird.

Was genau ist das europäische Verbundsystem (EV)

Es handelt sich um ein System aus Hoch- und Höchstspannungs-Leitungen, das elektrischen Strom über große Entfernungen transportieren kann. Derzeit gibt es verschiedene Netze, die unabhängig voneinander betrieben werden. Dies ist der Ausdehnung und zum Teil auch der räumlichen Trennung geschuldet.

Als Höchstspanungsleitungen zählen in Deutschland die Stromtrassen, in denen Strom einer Spannung von 220 kV und 380 kV fließt. Hochspannung ist alles, das über 1 kV hat.

Sie können sich das Netz vereinfacht als einen großen Topf vorstellen, in den viele Erzeuger Strom einspeisen und die eine große Anzahl von Verbrauchern Strom entnimmt.

Dies ist nur möglich, wenn alle Einspeiser Strom mit der gleichen Frequenz und genormten Phasen in das Netz geben. Wäre dies nicht der Fall, könnte es an der Schnittstellen wo die Netze der Versorger und das Gesamtnetz zusammentreffen zu Kurzschlüssen kommen.

Probleme bei der Stromversorgung

Das System ist nicht so einfach zu beherrschen, wie ein großer Kochtopf, in den verschiedene Menschen Suppe schütten. Drei Problemfelder sind typisch für alle Verbundsysteme.

  • Ungleichgewicht zwischen verbrauchter und eingespeister Menge.
  • Plötzlicher Anstieg oder Abstieg von Verbrauch oder Einspeisung.
  • Beschränkte Kapazitäten der Leitungen.

Das europäische Verbundsystem (EV) wird daher engmaschig überwacht und über Computer gesteuert. Um eine Unterversorgung zu vermeiden, halten die Kraftwerke schnell verfügbare Stromreserven, die sich einfach zu schalten lassen. Umgekehrt speisen Sie überschüssigen Strom in Speicher.

Ein plötzlicher Anstieg oder Abstieg ist immer eine große Belastung. Dies ist unabhängig davon, ob es den Verbrauch oder die Erzeugung betrifft. Die Verantwortlichen versuchen solche Spitzen oder Täler zu erahnen um sie einzuplanen.

Die Leitungen sind ein Engpass, der in der Vergangenheit schon häufiger zu Stromausfällen führte. Strom liegt nicht in einem „Topf“ wie Suppe, sondern ist an Leitungen gebunden. Wenn im Süden viel Strom benötigt wird, dieser aber im Norden erzeugt wird, muss er durch die Stromtrassen zum Verbraucher fließen. Diese geschieht über mehrere Leitungen. Wenn in einer der Leitungen eine Störung auftritt, müssen die anderen mehr Strom transportieren. Dies kann sie wiederum überlasten. So etwas geschah am 28. September 2003, als eine Leitung in den Alpen ausfiel. Der Strom fiel für 15 Stunden in weiten Teilen Italiens aus. Auch ein Teil der Schweiz, Österreich und Frankreich waren betroffen.

Auswirkungen von Stromheizungen

Heute stehen die Netzbetreiber elektrischen Heizungen positiv gegenüber. Diese sind prinzipiell geeignet über Kapazitäten aufzunehmen oder lassen sich bei einer Unterversorgung schnell vom Netz trennen. Dies setzt natürlich besondere Tarife und technische Einrichtungen voraus. Infrarotheizungen lassen sich in diese Systeme ausgezeichnet einbinden.

Wie wichtig den Übertragungsnetzbetreibern Stromheizungen sind, zeigt sich auch in der Gesetzgebung, 2009 beschloss der Gesetzgeber Nachtspeicherheizungen zu verbieten. Noch bevor die Frist (2019) verstrichen war, hob die Regierung das Verbot auf deren betreiben im Jahr 2013 wieder auf.

Spezifische Problematik der Photovoltaik

Wie bei vielen erneuerbare Energiequellen ist die Stromerzeugung kaum steuerbar. PV Anlagen liefern über Tag Strom und in der Nacht nicht. Je mehr Sonne umso mehr Strom entsteht. Der Energieverbrauch privater Haushalte ist besonders im Winter oft in der Nacht höher als am Tag.

Der verstörte Ausbau der Anlagen, kann zu besonderen Stressfällen für das Leitungsnetz werden. Die Sonnenfinsternis im März 2015 war ein bekannter Extremfall, den die Netzbetreiber aber meistern konnten. Gegen 9 Uhr 30 fielen innerhalb einer Stunde etwa 12.000 Megawatt weg, weil die Deutschland im Kernschatten des Mondes lag. Anschließend schnellte die Stromerzeugung auf fast 20.000 Megawattstunden hoch.

Optimaler Ausbau erneuerbarer Energien

Das Konzept von Haller-Energiefreiheit zeigt, dass jeder Einzelne etwas dazu beitragen kann das europäische Verbundsystem zu entlasten. Es ist sicher immer sinnvoller Strom nahe beim Erzeuger zu verbrauchen, statt die Landschaft mit Stromtrassen zu zerschneiden.

Eine Infrarotheizung ist nicht nur eine bequeme und komfortable Heizung, sie kann auch Spitzenlasten abfangen. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach sorgt für Strom, der direkt vor Ort verbraucht wird. Er belastet die Leitungen nicht. Mit einem Stromspeicher, können Hausbesitzer fast den gesamten erzeugten Strom selber verbrauchen. Außerdem verhindert er Spitzen, die durch unterschiedliche Sonneneinstrahlungen entstehen. Übrigens, derzeit gibt es Fördermittel der KfW für den Einbau der Speicher.

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